Pionier des Sinti- Jazz in Deutschland (1946 - 2023)
Samstag, 23.05.2026, 15.30 Uhr
Der Gitarrist und Geiger Maurice Weiss, geboren 1946 in Berlin und aufgewachsen in Hildesheim, leistete einen wesentlichen Beitrag dazu, dass der Sinti-Jazz nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland eine Renaissance erlebte. Sein frühes musikalische Vorbild war Django Reinhardt, welcher mit seiner einzigartigen Mischung aus Swing, Musette und Sinti-Melodien nicht nur eine völlig eigenständige Spielart des europäischen Jazz ab ca.1930 prägte, sondern auf der Gitarre weltweit neue Maßstäbe in puncto Virtuosität setzte.
In seiner Liebe für Django Reinhardts Musik war Maurice Weiss getragen vom Enthusiasmus, den jungen Talenten in seiner Familie nicht nur bloße instrumentale Technik, sondern auch die tiefe Seele des „Jazz Manouche“ zu vermitteln. Zu seinen gelehrigen Schülern gehörten zunächst die Berliner Häns'che Weiss (Gitarre) und Martin Weiss (Violine) sowie später der Hildesheimer Gitarrist Kussi Weiss. Auch der Bassist Jürgen Attig sammelte - knapp 18jährig - im Maurice Weiss Ensemble seine ersten Erfahrungen in Sachen Jazz. Der Einfluss von Maurice Weiss auf die nachfolgenden Generationen und seine Bedeutung als Initiator bei der Wiedergeburt des Sinti-Jazz in Deutschland ist unverkennbar, wenngleich dies in der überregionalen Wahrnehmung bislang wenig dokumentiert ist.
Er starb 2023 in Hildesheim.
Die nun speziell für die Jazztime 2026 zusammengestellte Formation um den mittlerweile seit Jahren international etablierten Gitarristen Kussi Weiss würdigt Maurice Weiss’ Verdienst als Pionier und zeichnet gleichzeitig die Entwicklung der Gitarre im Jazz nach – von der akustischen Raffinesse Django Reinhardts bis zu elektrischen Klangwelten à la Pat Martino und George Benson.
Mitwirkende:
Kussi Weiss – Sologitarre
Tchhabo Franzen – Rhythmusgitarre
Hugo Richter – Akkordeon & Piano
Jürgen Attig – Kontrabass & E-Bass
Lennart Schmidt – Schlagzeug