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JENNIFER ROLAND BAND (CAN)

Samstag, 07.11.2009, 21.00 Uhr

Step & Fiddle Sensation

Wenn Gegensätze aufeinander treffen, dann knistert es. So ist es auch im Fall Jennifer Roland und Folk. Hier eine junge Frau, da eine uralte Tradition. Wie eine Streichholzschachtel Streichhölzer braucht, so braucht die Tradition junge Menschen, die sich an ihr reiben. Wenn Jennifer mit dem Bogen über die Saiten ihrer Fiddle streicht, springt im Nu der Funke über. Man braucht nur in ihre bisherigen drei CDs hineinzuhören, dann weiß man: Die junge Frau versteht es, mit dem Feuer zu spielen. Sie versteht es, das letzte Quäntchen Lebensfreude aus den Jigs & Reels, Strathspeys und Waltzes herauszukitzeln. Ein weiterer Pluspunkt ist die große Emotionalität, die sie in die Interpretation von Slow Airs legt. Sie spielt jede Note mitten aus dem Herzen und ihr samtweicher Ton ist ein Spiegelbild ihrer Anteilnahme an der Musik.

Doch das ist noch lange nicht alles. Jennifer ist auch eine explosive Stepptänzerin und sie versteht es, gleichzeitig halsbrecherische Läufe auf der Fiddle zu spielen und dabei wild steppend über die Bühne zu wirbeln. Da staunt der Fachmann und wundert sich der Laie. So etwas sieht man nicht alle Tage! Wer zu seiner Musik einen eigenen Rhythmus steppen kann, der braucht eigentlich keinen Percussionisten mit auf Tour zu nehmen. Doch Jennifer geht auch rhythmisch auf’s Ganze und bringt gleich  einen Drummer, Bassisten, Gitarristen und Klavierspieler mit. Man kann sich also darauf einstellen, dass schon in der ersten Programmhälfte die Wogen hochschlagen werden und das Publikum einen fetten Bandsound um die Ohren gehauen bekommt. Der typische Cape Breton Sound wird einmal von der Fiddle als Melodieinstrument bestimmt und in der Begleitung von einem synkopiert gespielten Klavier. Irgendwie erinnert dieses in Honky Tonk Manier gespielte Klavier an die Saloons des wilden Westens und bringt auch heute noch im besten Sinne des Wortes die Puppen zum Tanzen.

Die kanadische Heimat dieser Ausnahmekünstlerin ist Cape Breton. Die ländliche Insel vor der kanadischen Ostküste sollte besser "Kap Fiddle" genannt werden. Es wird schwer sein, wo anders auf der Welt ein Gebiet zu finden, in dem mehr Menschen pro Quadratmeile Fiddle spielen. Es hat sicherlich etwas mit den schottischen, irischen und bretonischen Auswanderern zu tun, die vor ca. 250 Jahren das atlantische Kanada besiedelt und im Reisegepäck eine Fiddle mitgebracht haben. So ist Cape Breton zu einer Art "Paradies der Fiddlespieler" geworden. Vor allem hat sich hier im ländlichen Dornröschenschlaf keltische Kultur fast noch ursprünglicher erhalten als mancherorts in Europa. Hier wird auch Gälisch gesprochen wie in einer irischen oder schottischen Gaeltacht. Die in Irland und Schottland stattfindenden Festivals haben schon seit langer Zeit Künstler aus der kanadischen Diaspora im Programm und halten die Bande über den Atlantik aufrecht. Daher ist jetzt an der Zeit, diese wichtige keltische Enklave auch den Irish Folk Fans der Bischofsmühle vorzustellen.

In Irland und Schottland hat Jennifer in den letzten zehn Jahren sehr viel Anerkennung für ihre CDs und Auftritte bekommen. Viele Radiostationen haben die junge Frau auf die Playlist gesetzt, zahlreiche Zeitungen haben über sie berichtet. Zum ersten Mal war sie in Europa mit den "Cape Breton Connections". Dieses Fiddle-Projekt stellte die Fiddle-Größen J. P. Cormier und Terry Holland vor und das sagt so ziemlich alles über Jennifers Stellenwert als dritte im Bunde. Die Verleihung des "Tic Butler Memorial Awards" hat Jennifers führende Rolle in der kanadischen Folkszene auch noch unterstrichen. Mit ihrem aktuellen Album war sie bei den Canadian East Coast Music Awards als „best instrumental album“ nominiert.

Details

Abendkasse: 14,- (13,-)
Vorverkauf:  11,- (zzgl. VVK-Gebühr)
Mitglieder:     10,-

Vorverkauf bei
Hildesheimer Allgemeine Zeitung

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